Wien: Glanz und Gloria

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Statue of Archduke Charles on Heldenplatz square and Museum of Natural History dome, Vienna, Austria

„Wien, Wien, nur du allein, sollst stets die Stadt meiner Träume sein!“, lautet der Refrain eines Lieds. Wer würde da nicht gern mitträumen und sich verführen lassen vom Charme der Donaumetropole? Doch wo anfangen? Vielleicht dort, wo Österreichs Hauptstadt am buntesten ist: auf dem Naschmarkt mit seinen rund 120 Ständen und Lokalen, wo zwischen Obst und Oliven das Kultrestaurant Neni seine Wurzeln hat. Bei einem israelisch-orientalischen Frühstück lässt sich das Treiben genießend beobachten.

Nun ist man gestärkt für Wiens Glanz und Gloria am Ring. Wie Perlen auf einer Schnur reihen sich die Sehenswürdigkeiten auf dem Prachtboulevard: Burgtheater und Staatsoper, hochkarätige Museen, Stadtpark und Volksgarten und natürlich das Labyrinth der Hofburg mit der prunkvollen Nationalbibliothek, Kaiserin Sisis Privatgemächern und Spanischer Hofreitschule. Fast jeden Morgen trainieren die Lipizzaner im barocken Saal der schönsten Reithalle der Welt vor Publikum.

Das Riesenrad im Prater gehört zu den Wahrzeichen Wiens.

Die Ringstraße umkreist den Stephansdom im Herzen der Stadt, wo Nobeleinkaufsstraßen zum Schaufensterbummel einladen und ein Wiener Traditionsgeschäft am Graben für Verblüffung sorgt. Es heißt Zur Schwäbischen Jungfrau. Schon Sisi kaufte dort erlesene Bettwäsche, die zahlungskräftige Kundschaft mit Stickereien und Monogramm ausstatten lassen kann.

Kulturerbe Kaffeehaus

Erschöpft? Dagegen hilft eine Institution, die so wienerisch ist wie kaum eine andere: Die Kaffeehäuser mit ihrer gediegenen Atmosphäre voller Zeitungsrascheln sind Lebensgefühl und immaterielles Kulturerbe. Ein Ort, schreibt die Unesco, an dem Zeit und Raum konsumiert würden, aber nur der Kaffee auf der Rechnung stehe. Es sei denn, man schlemmt sich zur Melange durch den österreichischen Mehlspeisenhimmel, der voller Torten, Strudel, Schmarren und Buchteln hängt.

Die Kalorien lassen sich leicht wieder wegschwimmen oder wegspazieren, ganz wie’s beliebt. Zum Beispiel auf dem Zentralfriedhof. Er ist nicht nur eine magische Stadt der Toten, sondern auch ein riesiges grünes Naherholungsgebiet – samt Kaffeehaus. Viel Musikprominenz fand dort die letzte Ruhe: Brahms, Schubert, Beethoven, Falco, Udo Jürgens. Und Johann Strauss, der den Walzer „An der schönen blauen Donau“ komponierte. In deren sauberes Wasser abzutauchen, gehört zum Sommerglück der Wiener. Ob auf der Donauinsel oder in den historischen Strandbädern an der Alten Donau: Hopsen Sie hinterher! Von so viel coolem Badespaß können die meisten anderen Großstädter nur träumen.

Die Wiener Kaffeehäuser zeichnen sich durch eine große Vielfalt von ­Kaffeespezialitäten und Mehlspeisen aus.

Wer Karten für die berühmte Wiener Staatsoper ergattert hat, der wirft sich nun in Schale. Für die herrlich entspannte Kulturlandschaft des MQ ist das nicht nötig: Im Museums-Quartier laden trendige Liegemöbel zum Chillen ein. Gut möglich, dass man in den Genuss einer Literaturlesung unter freiem Himmel kommt, bevor der letzte Gang des Tages zu einem echten Wiener Schnitzel oder Krautfleckerln führt. Etwa im lauschigen Garten von Glacis Beisl. Klingt wie ein Sommernachtstraum? Dann bloß nicht aufwachen!

Tipp: Auf den Spuren von Gustav Klimt

In Wien hat auch die Secession, eine Künstlervereinigung und Wiener Variante des Jugendstils, ganz wundervolle Spuren hinterlassen. Einer ihrer prominentesten Vertreter war der Maler Gustav Klimt. Erotische Frauenbilder, flächige Ornamente und viel Gold machen zahlreiche seiner Werke einzigartig.

Im Secessionsgebäude, das zu den schönsten Sehenswürdigkeiten der Stadt zählt, ist sein „Beethovenfries“ ausgestellt, das Schloss Belvedere zeigt 24 Klimt-Gemälde, darunter sein Meisterwerk „Der Kuss“. Weitere Bilder findet man im Burgtheater, im Leopold-Museum, im Wien-Museum und im Kunsthistorischen Museum. Klimts Grab befindet sich auf dem Hietzinger Friedhof in unmittelbarer Nähe einer weiteren Wiener Top-Sehenswürdigkeit: Schloss und Park Schönbrunn.

Das „Beethovenfries“ von Gustav Klimt im Secessionsgebäude.

Fotos: Adobe Stock